Schwarze Schauerleute, ein schmutziger Brotverdienst

Den Begriff Schauerleute kennt heute kaum noch jemand. Schauerleute sind die heutigen Hafenfacharbeiter, die für das Be- und Entladen (Laden und Löschen) der Fracht auf den Schiffen zuständig waren. Ein damaliger Zweig der Schauerleute, waren die Schwarzen Schauerleute, die im Grunde das gleiche machten, allerdings mit Kohle. Die Arbeit war hart, schmutzig, gefährlich und schlecht bezahlt. Obwohl die Anzahl der benötigten Schauerleute, aufgrund des immer steigenden Handels, selbst nach dem zweiten Weltkrieg hoch waren, waren es doch trotzdem meist nur Tagelöhner, die im Hafen am Baumwall oder Vorsetzen auf Arbeit warteten.

Auf dem hier gezeigten Bild (Gemeinfrei) des Hamburger Fotografen Johann Hamann (1859 – 1935) aus dem Jahre 1892 sieht man ankommende Schwarze Schauerleute die mit Ihren Ruderbooten über die Elbe fuhren. Eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Ausserdem zu sehen, ist die beachtliche Anzahl an vertauten Ruderbooten, die den Hafenarbeiter zu der damaligen Zeit dazu dienten, um die Arbeitsstätten im Industrieteil des Hafens und die Werften zu erreichen. Um die Anzahl an (tödlichen) Unfällen zu verringern, wurde 1881 am Schaarmarkt (in der Nähe des Michels), mit Unterstützung der Reeder, die erste Badehalle eröffnet, um den Arbeitern das Schwimmen beizubringen.

Schwarze Schauerleute auf dem Rückweg aus dem Hafen 1892: Foto: Johann Hamann, Gemeinfrei

Unter folgenden Link gibt es weitere Fotos aus dem Hafen: Hafensichten

Schreibe einen Kommentar